von Dr. Martin Moser
Eine besondere Ehre für den Verband Deutsch-Japanischer Gesellschaften (VDJG): Auf Einladung des Bundespräsidenten war der VDJG beim diesjährigen Bürgerfest im Park der Villa Hammerschmidt in Bonn vertreten. Zum ersten Mal fand das Bürgerfest an diesem traditionsreichen Ort statt, da Schloss Bellevue in Berlin, der eigentliche Amtssitz des Bundespräsidenten, derzeit umgebaut wird.
Auch optisch hatte der Pavillon einiges zu bieten. Zwei wunderschöne Bonsai-Bäume vermittelten einen Eindruck von der japanischen Garten- und Gestaltungskunst. Zum besonderen Blickfang wurden jedoch ein Samurai in voller Rüstung und eine Edeldame im Kimono. Die Samurai-Rüstung ist ein originalgetreuer Nachbau der Rüstung von Harunobu Takeda und zog zahlreiche interessierte Gäste für ein Foto an.
Mit einem eigenen Pavillon und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm präsentierte der VDJG die Vielfalt der deutsch-japanischen Beziehungen. Im Pavillon informierten drei Schautafeln über den Verband, seine Geschichte und die Verteilung der 52 Deutsch-Japanischen Gesellschaften (DJGen) in Deutschland. Eine interaktive Installation bot den Besucherinnen und Besuchern zusätzliche Informationen über die einzelnen Gesellschaften, ihre Aktivitäten und Kontaktmöglichkeiten.

Ein erster Höhepunkt des Tages war der perönliche Besuch der japanischen Botschafterin Mitsuko Shino am VDJG-Pavillon. Offensichtlich fiel die Präsentation der Arbeit des VDJG zu Ihrer vollen Zufriedenheit aus. Der zweite persönliche Besuch, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Ehefrau Elke Büdenbender kamen zur VDJG-Pagode, begeisterte mindestens ebenso sehr. Durch das persönliche Erscheinen von Botschafterin und Bundespräsident erfuhr die ehrenamtliche Arbeit des Verbandes eine herausragende Würdigung, für die der VDJG sehr dankbar ist.
Auch auf der Bühne konnte der VDJG seine Arbeit vorstellen. Präsident Gerhard Wiesheu erläuterte im Interview die drei zentralen Bereiche des Verbandes: Kultur, Wirtschaft und Jugend. Die 52 Mitgliedsgesellschaften vermitteln japanische Kultur in ihrer ganzen Vielfalt – von Ikebana, Kalligrafie, Teezeremonie und Kampfkünsten bis hin zu Manga, Anime und J-Pop. Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Japan-Messen, Reisen und Gesprächskreise schaffen Begegnungen und fördern das gegenseitige Verständnis.

Dabei spielt auch der wirtschaftliche Austausch spielt eine wichtige Rolle. Über den Deutsch-Japanischen Wirtschaftskreis (DJW) entstehen Kontakte zwischen Unternehmen, Fach- und Führungskräften sowie Institutionen in Deutschland und Japan. Einen besonderen Schwerpunkt bildet zudem die Jugendarbeit. Die Deutsch-Japanische Jugendgesellschaft (DJJG) organisiert unter anderem das „Hallo“-Programm, bei dem junge Menschen abwechselnd Deutschland und Japan besuchen und das jeweils andere Land intensiv kennenlernen.
Für einen weiteren Höhepunkt auf der Bühne sorgte die Japanische Tanzschule Senyumeji Nishikawa. Zunächst verzauberte Tanzlehrerin Senyumeji Nishikawa das Publikum mit dem traditionellen Tanz „Fujimusume“ – dem „Glyzinienmädchen“. Anschließend begeisterte die Tanzmeisterin und fünf Schülerinnen mit einem modernen, farbenfrohen Tanz zu „Gurenge“, dem bekannten Opening der Anime-Serie „Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba“.
Der Auftritt beim Bürgerfest machte eindrucksvoll sichtbar, was die deutsch-japanische Gesellschaftsarbeit auszeichnet: Menschen zusammenzubringen, kulturelle Vielfalt erlebbar zu machen und langfristige Verbindungen zwischen Deutschland und Japan zu schaffen. Möglich wird dies vor allem durch das große ehrenamtliche Engagement der zahlreichen Mitgliedsgesellschaften – unterstützt von der VDJG-Stiftung.